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Markt Mainleus  |  E-Mail: info@mainleus.de  |  Online: http://www.mainleus.de

Geschichte von Markt Mainleus

Zeichnung der Mühle in Mainleus

In der Luftlinie einen knappen Kilometer vom Zusammenfluss seiner beiden Quellflüsse Weißer und Roter Main bei Steinenhausen entfernt, tritt der Main in das Gebiet des Marktes Mainleus ein. Diese Lage im Maintal hat der Gemeinde nicht nur ihren Namen gegeben - "Mainleus" bedeutet "Siedlung der Slawischen  Sippe der Lubis am Main" -, sondern bestimmt auch ihre Geschichte und Gegenwart.

 

Zwar greift das Gesamtgebiet des Marktes Mainleus heute weit über die nördlichen bzw. südwestlichen Ränder des Maintals hinaus, doch immer noch wohnt hier im Siedlungsband Hornschuchshausen - Pölz - Mainleus - Schwarzach - Fassoldshof - Rothwind der Hauptteil - fast 2/3 - der mit 7387 Einwohnern nach Kulmbach größten Gemeinde des Landkreises. Während der Main das 49,5 qkm große Gemeindegebiet durchquert, nimmt er zwei Nebenflüsse, den Zentbach und den Lopper Bach, in der Höhe von Schwarzach auf. Dadurch ergibt sich eine natürliche Gliederung des Mainleuser Landes, das im Südwesten durch den Nordausläufer der Frankenalb, den über 550 m hohen Görauer Anger, und im Nordosten durch das Kalksteinplateau des ca. 500 m hohen Kirchleuser Rains begrenzt wird. Dem Kirchleuser Rain vorgelagert liegt der geologisch hochinteressante 528 m hohe Kegel des Patersberges. Das Gemeindegebiet nördlich des Mains besteht im wesentlichen aus dem Zentbachtal mit den Orten Schimmendorf, Danndorf, Schmeilsdorf und Schwarzach und dem Patersberg um Veitlahm und Wernstein. Das Albvorland südlich des Mains ist weniger klar gegliedert. Durch den Lopper Bach, in dessen Tal Motschenbach und Wüstenbuchau liegen, ergibt sich die Einteilung in das östliche und westliche Albvorland; ebenso berechtigt wäre es jedoch, von einer Gliederung in drei parallel zu Main und Görauer Anger verlaufenden Siedlungszeilen zu sprechen. Auf jeden Fall kann man vom Maintal, dem Zentbachtal, dem Patersbergmassiv und dem Albvorland als den vier geografischen Teilräumen der Gemeinde sprechen.

 

Funde aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit beweisen eindeutig, dass das Gebiet des Marktes Mainleus zu den ältesten Siedlungsgebieten am Obermain zählt. So hat man an den Südhängen des Patersberges - in der Nähe Veitlahms - Werkzeugreste aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit gefunden. Ebenso weisen die Funde von Sammelgräbern aus der Hallstattzeit auf dem Görauer Anger oberhalb Buchau auf frühzeitliche Besiedlung hin. Auch in Mainleus selbst konnten Grabfunde aus der Bronze-, Hallstatt- und La-Tène-Zeit sichergestellt werden. Besondere Beachtung verdienen die Bruchstücke eines Mammutskeletts (ca. 20000 Jahre alt), eines etwa 7000 Jahre alten Hirschgeweihs und einer ungefähr 5000 Jahre alten Hirschgeweihhacke im Maintal, nahe dem Weiler Unterauhof. Die ältesten Zeugen fränkischer Besiedlung sind die bei Dörfles gefundenen Reihengräber aus der Karolingerzeit. Insgesamt scheint es sicher, dass die  ersten fränkischen Siedler im 9. Jahrhundert aus zwei verschiedenen Richtungen in das Gemeindegebiet vorstießen, einmal von Königsfeld bei Hollfeld aus über Kasendorf nach Buchau, zum anderen das Maintal hinauf über die Urpfarrei  Altenkunstadt nach Schwarzach. Ob Mainleus von Schwarzach oder von dem aus Richtung Kasendorf besiedelten Melkendorf aus kolonisiert wurde, bleibt unklar. Die Zugehörigkeit des Ortes, teils zur Pfarrei Schwarzach, teils zu Melkendorf bis zum Jahre 1953, legt allerdings den Schluss nahe, dass sich gerade hier die beiden Siedlungsbewegungen trafen. Fest steht, dass sich vor dieser fränkischen Kolonisation im Maintal bereits eine Reihe slawischer Siedlungen befanden. Darauf weisen die Ortsnamen von Mainleus, Pölz (Polanici - Feldbauern) und Rothwind (Siedlung der rothaarigen Wendea) hin. Mit ziemlicher Sicherheit kann auch gesagt werden, dass das Zentbachtal mit seinen "-dorf"-Orten im 9. bis 10. Jahrhundert von dem für die damalige Zeit recht großen Schwarzach    (13 Urhöfe) aus besiedelt wurde. Veitlahm auf dem Patersbergmassiv und die    "-reuth"-Orte am südlichen Steilhang des Maintals sind dagegen wohl erst in der Ausbauperiode, also nach der Jahrtausendwende, entstanden. Bis Ende des   12. Jahrhunderts war das Gemeindegebiet im wesentlichen erschlossen.

 

Von besonderem Interesse ist hierbei die Entstehung Wernsteins. Im Jahr 1370 wurde von den Herren von Künßberg auf dem Basaltkegel des Bärenstein (bzw. Bernstein) ein "festes" Haus errichtet, aus dem sich später das heutige Schloss entwickelte. Erst zwischen 1764 und 1793 ließ der Schlossherr für seine Bediensteten hier eine Siedlung von 11 "Tropfhäusern" errichten, aus der sich der heutige Ort Wernstein entwickelte. Bei den auf unserem Gemeindegebiet im  Mittelalter herrschenden Besitzverhältnissen kann man von einer Dreigliederung sprechen:

 

1. das teils den Kulmbacher Markgrafen direkt zugehörige, teils seinen Ministerialen von Künßberg unterstellte Wernsteiner Land.

 

2. das teils dem Erzbischof von Bamberg, teils seinen Langheimer Äbten zinspflichtige Langheimer Land.

 

3. der Thurnauer Besitz der Giech'schen Grafen, die ja immer wieder die   Hoheitsansprüche sowohl des Markgrafen als auch des Erzbischofs zugunsten ihrer eigenen Selbständigkeit geschickt gegeneinander auszuspielen vermochten. Die Grenze der Thurnauer Herrschaft verlief im wesentlichen zwischen Buchau und Dörfles (früher Bischofsbuchau) hindurch und dann das Lopper-Bach-Tal entlang zum Main. Die sagenumwobenen 4 Kreuzsteine im Staatsforst weisen darauf hin, dass dabei allerdings Motschenbach ausgeklammert wurde und damit zum Bamberg-Langheimer-Besitz und so bis zur Gebietsreform 1972 noch zum Landkreis Lichtenfels gehörte.

 

Nördlich des Mains verlief die Grenze zwischen der Markgrafschaft Kulmbach-Bayreuth und dem Hochstift Bamberg genau durch den Zentbach. Noch heute weist die komplizierte Aufteilung der Zentbachtalbewohner zu den Pfarreien Gärtenroth und Veitlahm auf diese mittelalterliche Grenze hin.

 

Weitaus tragischer für die Bevölkerung wirkte sich die Grenzlage zwischen dem bischöflichen und markgräflichen Besitz im 30-jährigen Krieg aus. Die Bauernschlacht von Schwarzach (21.11.1632) war der Höhepunkt des Kleinkrieges zwischen Hochstift und Markgrafschaft. Noch öfter, z.B. im 7-jährigen Krieg, beim Aufzug Napoleons gegen Jena und Auerstedt und im Deutschen Krieg zwischen Preußen und Österreich musste die Bevölkerung des Maintals spüren, dass an der Heerstraße, der natürlichen Verbindungslinie zwischen Süddeutschland und dem Mitteldeutschen Raum, nicht gut wohnen ist.

 

In friedlichen Zeiten ging das Leben in den Dörfern, Weilern und Einzelgehöften im Markt Mainleus jahrhundertelang seinen gleichen, gewohnten Gang. Bis ins 19. Jahrhundert änderte sich kaum etwas im Arbeitsrhythmus und der Struktur der ländlichen Bevölkerung. Die sich 1813 in Mainleus ansiedelnde Flößerei erwirkte für die Gemeinde bald einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem jener Betriebe, die zur Versorgung der Flößer und Fuhrknechte beitrugen. Die mächtigen Stämme aus dem südöstlichen Frankenwald wurden bis hierher mit Fuhrwerken gebracht und bis zur Zusammenstellung der Floßböden auf dem Floßanger gelagert. Da waren für die Gemeinde Erträge von über 600 Gulden i.J. nicht selten, und der Müllermeister der Rothwinder Mühle, der die Kontrolle über die "das Floßloch passierenden Flöße" hatte, konnte ebenfalls nicht unerheblich von diesem Handel profitieren. So ist es nur folgerichtig, dass noch heute der silberne Floßanker auf grünem Grund im rechten Feld des gespaltenen Gemeindewappens auf diese erste Blütezeit hinweist. Der zur 650-Jahr-Feier im Jahre 1983 errichtete Flößerstein auf dem einstigen Floßanger soll an die Bedeutung der Flößerei für die wirtschaftliche Entwicklung von Mainleus erinnern. Als 1938 die letzten Flöße in Mainleus gespannt wurden, war die Flößerei durch den Ausbau des Mains als Großschifffahrtsstraße und durch die Konkurrenz der Eisenbahn vollends unrentabel geworden.

 

Durch den Bau der Eisenbahnlinie Bamberg - Hof wurde Mainleus 1846 Bahnstation. Als 1908 die Kulmbacher Spinnerei einen geeigneten Standort für eine Zweigniederlassung suchte, war die Möglichkeit eines Gleisanschlusses einer der wichtigsten Faktoren für die Entscheidung zugunsten von Mainleus.

 

Wie sehr von nun an die Industrie das Bild der Gemeinde Mainleus bestimmen sollte, wird durch die Tatsache deutlich, dass der Zweigbetrieb der Spinnerei, der 1909 die Produktion aufnahm, bereits 1912 um das Doppelte erweitert werden musste. Der durch den Zuzug von Arbeitern entstandenen Wohnungsnot trat die Spinnerei - unter Leitung von Geheimrat Dr. Fritz Hornschuch - durch den Bau einer ca. 3 ha großen Wohnkolonie „Hornschuchshausen" entgegen. Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges wurden hier 51 Häuser für ca. 300 Bewohner errichtet.

 

In den Jahren 1925 bis 1939 wuchs auch der alte Ortskern um 72 Neubauten. Nach dem 2. Weltkrieg setzte durch den Zuzug von fast 800 Heimatvertriebenen in Mainleus und Umgebung neue Siedlungstätigkeit ein. Hand in Hand damit   gingen neue Betriebsansiedlungen. Noch bis in die 70er Jahre blieb die Textilindustrie der bedeutendste Wirtschaftszweig der Gemeinde. Das besondere Gewicht der Textilindustrie findet auch darin Ausdruck, dass im linken Feld des Gemeindewappens - auf silbernem Grund - ein senkrecht stehendes halbiertes Spinnrad zu sehen ist.

 

Mainleus wurde immer deutlicher zum zentralen Ort des Landes zwischen Kirchleuser Rain und Görauer Anger. So wurden im Rahmen der Gebietsreform folgende Gemeinden bzw. Orte eingegliedert: 1955 - Heinersreuth und Wolpersreuth; 1972 - Bechtelsreuth, Krötennest, Wüstenbuchau, Buchau, Wernstein und Willmersreuth sowie Dörfles, Motschenbach, Pöhl und Wüstendorf; 1976 - Veitlahm und Proß; 1977 - Eichberg, Fassoldshof, Rothwind und Schwarzholz;  1978 - Danndorf, Schimmendorf und Schwarzach-Schmeilsdorf. Damit war - ähnlich wie in ganz Bayern - mit dem Ende der siebziger Jahre die kommunale Neugliederung unseres Mainleuser Landes abgeschlossen. Folgerichtig waren die folgenden Jahrzehnte gekennzeichnet durch die Anpassung und Umstrukturierung bestehender Einrichtungen an diese großräumigere Gliederung und notwendigerweise auch die Schaffung neuer zentraler Institutionen. Nur so konnten die ehemals 10 selbständigen Gemeinden und die Gemeindeteile aus 4 aufgeteilten Gemeinden zu einer gut funktionierenden Einheitsgemeinde zusammen wachsen. Im kommunalen Bereich bedeutete dies vor allem den Ausbau der   Infrastruktur von der Gemeindeverwaltung über das Wegenetz und die Wasserversorgung und Kanalisation bis hin zum gemeindlichen Schulwesen. Dabei galt es das richtige Gleichgewicht zu finden zwischen dem Ausbau der Zentralität des Ortsteils Alt-Mainleus und der entsprechenden gerechten Mittelverteilung auf die Förderung und Angleichung der Lebensbedingungen in den übrigen Ortsteilen. Meilensteine dieser Bemühungen und der erfolgreichen Gemeindeentwicklung - erst unter Bürgermeister Heinz Hugel dann (seit 1990) unter Werner Grampp - waren folgende Großprojekte der letzten 20 Jahre: 

 

1.     Erweiterung und Neugestaltung des Rathauses und der Gemeindeverwaltung   

Das bisherige "Haus der Gemeinde" aus dem Jahre 1934 war für die Aufgaben der neu gegliederten Gemeinde Mainleus zu klein geworden. Am 24. April 1991 stellte Bürgermeister Werner Grampp daher in einer Pressekonferenz die Pläne für einen Rathausum- und -erweiterungsbau vor, die von Architekt Burkhard   Kluge und Kreisbaudirektor Hermann Stamm gefertigt worden waren, um diese Raumnot abzuschaffen. Das Besondere an der von ihnen erarbeiteten Lösung war die Verbindung des alten "Rathauses" mit dem aus dem Jahr 1911/12 stammenden Teil des Schulgebäudes durch einen mit drei Torbögen versehen Zwischentrakt über die dazwischen liegende Schulstraße hinweg. Am 2.9.1991 fand dann der Spatenstich statt und schon am 3. Dezember desselben Jahres wurde das Richtfest gefeiert. Fast genau ein Jahr nach dem ersten Spatenstich, nämlich am 24. September 1992, konnten die neuen Amtsräume bereits eingeweiht werden. Ehrengäste waren unter anderen Dr. Günther Beckstein, der Staatssekretär im bayerischen Staatsministerium des Innern, der sich zu diesem Anlass in das Goldene Buch der Gemeinde eintrug, Herbert Hofmann, der Landrat des Landkreises Kulmbach, und Dr. Erich Stammberger, der Oberbürgermeister der Stadt Kulmbach. Bei Gesamtkosten von 2,58 Millionen Mark wurde so für die Verwaltung der größten Gemeinde des Landkreises nach der Großen Kreisstadt Kulmbach mit ihren damals 18 Mitarbeitern ein 415 Quadratmeter großer Gebäudekomplex geschaffen, der neben modern eingerichteten Büroräumen auch genügend Platz für einen großen Sitzungssaal des Gemeinderats und Besprechungszimmer für die einzelnen Fraktionen bietet. 

 

2.     Ausbau des Straßen- und Wegenetzes, der Wasserversorgung und der Kanalisation 

"Dem Straßenbau kam eine große Bedeutung [bei der Daseinsfürsorge und Verbesserung der Lebensqualität] zu, und damit stand im engen Zusammenhang die Planung bzw. Erschließung von Baugebieten und die Ansiedlung von Betrieben. Im Interesse einer sauberen Umwelt galt es, große Lücken bei der Abwasserbeseitigung zu füllen und durch die Fernwasserversorgung dem Bürger auch in Zukunft eine gute Wasserqualität zu garantieren. Das alte Leitungsnetz musste teilweise erneuert, zu kleine Querschnitte durch größere ersetzt werden (zitiert nach Gemeinderat und Rektor Horst Bredemeyer). "Durch den Erwerb eines Bauhofes [auf dem Gelände des vormaligen Bauunternehmens Schäfer] gelang es, bessere Bedingungen für die gemeindlichen Arbeiter und für die kostbaren Maschinen und Geräte zu schaffen" (ebd.).

Der Ausbau des behindertengerechten Radwegenetzes, unterstützt und gefördert von Regierung von Oberfranken und Landkreis Kulmbach, Ausbau der    Kanalisation mit 6 - 8 Millionen Mark waren weitere wichtige Infrastrukturverbesserungen im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts. Im Zuge dieser Maßnahme ist auch der Bau der hölzernen Brücken über den Main beim Freibad in Mainleus und am Verbindungsweg zwischen Schwarzach und Willmersreuth zu sehen.

 

3.     Erschließung neuer Baugebiete 

Eine wichtige Strukturmaßnahme war auch der Neubau einer Wohnanlage der St. Josephs-Stiftung an der Pölzer Straße mit einer aus 174 Wohneinheiten bestehenden Siedlung aus dreistöckigen Reihenhäusern und einem 7 Geschoss- flächen umfassenden „Hochhaus". Unmittelbar daran grenzt eine Wohneinheit aus sieben zweistöckigen Holzhäusern an, die 1993 ursprünglich als Übergangswohnheime für etwa 160 Spätaussiedler aus der ehemaligen UdSSR konzipiert waren und im Jahr 2000 in das Eigentum des Marktes übergegangen sind. Seitdem stehen die Mietwohnungen interessierten Wohnungssuchenden zur Verfügung. Weitere größere Siedlungsmöglichkeiten wurden im letzten Jahrzehnt im Norden, Westen und Osten zur Abrundung der Kerngemeinde (an der Wernsteiner Straße, um die Heinrich-Schneider-Straße und an der Adolf-Münzer- bzw. Wolfgang-Gack-Straße) erschlossen. Auch in den übrigen Ortsteilen des Marktes entstanden (wie etwa am Löschberg in Motschenbach  und "Am Gericht" in Schwarzach) neue Wohngebiete, die die Attraktivität des Marktes unbezweifelbar vergrößerten.

 

4.     Erweiterung und Neubau gemeindlicher Bildungseinrichtungen 

Durch die Gebietsreform war 1972 die Mainleuser Grund- und Hauptschule zur größten Volksschule des Landkreises geworden. Von den 21 Klassen konnten aber nur 14 in Mainleus selbst untergebracht werden, 2 mussten in Buchau und die restlichen 5 in Schwarzach beschult werden. Deshalb war auf die Dauer die Erweiterung des Mainleuser Schulhauses unumgänglich. Der Grundstein dazu wurde am 10. Oktober 1975 gelegt. Architekt Joachim Heinz hatte als Planungsleiter die Aufgabe, das renovierte alte Schulhaus mit dem neuen Erweiterungsbau zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Am 5. Dezember 1976 wurde das Richtfest gefeiert und als am 29. April 1977 die offizielle Einweihung stattfand, waren die Klassenräume des Neubaus bereits seit Jahresanfang in Betrieb genommen. Insgesamt hatte die Volksschule Mainleus damals 23 Klassen mit 767 Schülern. Davon wurden nun 9 im neuen Schulhauserweiterungsbau untergebracht, für die restlichen 14 Klassen war der Altbau gründlich renoviert worden. Für den Unterricht der Hauptschulklassen waren im Neubau außerdem ein Werk- und ein Naturlehre-Raum, eine Lehrküche, ein Sprachlabor und eine Schülerbücherei eingerichtet worden. Die geräumige Pausenhalle war so konzipiert worden, dass sie durch das Öffnen einer Faltwand zum Musikzimmer hin zu einem Festsaal als Mittelpunkt des Schullebens erweitert werden kann. Der alte, an der Pölzer Straße gelegene Schulhof wurde Busbahnhof. Dafür wurden für die Grund- und Hauptschüler je ein neuer Pausenhof gebaut. Abgerundet wurde diese Schulanlage durch eine zweite Sporthalle mit einer 15 mal 27 Meter großen Spielfläche.

 

Noch fehlte der Schule jedoch eine Freisportanlage. Diese wurde am 24. Juni 1992 eingeweiht.

 

Eine weitere Ergänzung erfuhr das Mainleuser "Bildungszentrum" mit dem Bau der Jugendverkehrsschule, die sich unmittelbar an das Schulgrundstück anschließt und 1992 als Gemeinschaftswerk der Stadt Kulmbach und eines Großteils der Gemeinden des Landkreises zur Verkehrserziehung ihrer Grundschülern für mehr als eine halbe Million Mark errichtet wurde.
Schließlich ist auch die Ausstattung der Volksschule mit einem neuen Informatikraum in diesem Zusammenhang zu nennen. Damit wurde nicht nur für die Schülerinnen und Schüler der größten Volksschule des Landkreises der Anschluss an die Hightech-Offensive im Bereich moderner Bildungsmedien erreicht, sondern diese auch für die Erwachsenenbildung bereitgestellt.

 

5.     Umgestaltung und Neunutzung bisheriger Einrichtungen in den übrigen Ortsteilen

Doch auch in den übrigen Ortsteilen wurden zur Verbesserung der Struktur und des Gemeinschaftslebens bisherige Gemeindeeinrichtungen wie vor allem die ehemaligen Dorfschulen nicht etwa alle still gelegt oder zur privaten Nutzung veräußert, sondern zu einem überwiegenden Teil umgestaltet und einer Neu-Nutzung - meist als Kommunikationszentrum der jeweiligen alten Dorfeinheiten - zugeführt. So wurde die einstige Rothwinder Grundschule in kommunaler Trägerschaft zum dritten Kindergarten von Mainleus umgebaut, die Betreibung der Mehrzweckhalle in Schwarzach als wichtiges Begegnungszentrum der Gesamtgemeinde wurde fortgeführt, die Veitlahmer Schule wurde zu einem kirchlichen Jugendzentrum und diejenige in Willmersreuth zu den von einer besonders regen Interessengemeinschaft verschiedenster örtlicher Vereine zu den Gemeindestuben, die über die Grenzen von Mainleus geradezu als Musterbeispiel bürgerlichen Engagements ihre Anerkennung finden.

 

6.     Neugestaltung des Schwimmbades 

Auch das Fritz - Hornschuch - Bad aus dem Jahre 1935 fügt sich dem Schulareal an und kann so hervorragend für den Schwimmunterricht der Mainleuser Jugend genutzt werden. Seit am 24. Mai 1995 die Holzbrücke über den Main in Betrieb genommen wurde, ist es von der Schule aus bequem zu erreichen.

 

Dies ist durch die Generalsanierung und Neugestaltung des Bades besonders attraktiv geworden, die 1995 begonnen wurde. Zunächst wurden das Technik- Gebäude, der Mutter-Kind-Bereich und das Planschbecken gebaut. Anschließend wurde mit der Sommerhalle ein Veranstaltungsort für Feste und Konzerte geschaffen. Auf ihrem Dach befinden sich die Solar-Absorber, die die Energie zum Beheizen des Wassers gewinnen. Danach wurde als Kernstück der Anlage das 50 m lange Hauptbecken mit einem Edelstahlmantel ausgekleidet. Auch das Umkleidegebäude wurde renoviert. Dabei hielt man sich aus Gründen des Denkmalschutzes weitgehend an die historischen Vorgaben der äußeren Fassade und schuf im Innern zugleich eine Anlage nach dem neuesten Stand der Technik. Als letztes wurden die  86 m lange Riesenrutsche hinzugefügt und die Außenanlagen mit der Liegewiese neu gestaltet. Diese insgesamt 8,8 Millionen Mark teueren Maßnahmen fanden am 19. Juni 1997 mit der feierlichen Neueröffnung des Bades ihren Abschluss.

 

Ergänzt wurde diese in Anbetracht der Größe von Mainleus sicherlich beachtenswerte und beispielhafte kommunale Einrichtung durch den Bau einer Sommerhalle auf dem Schwimmbadgelände.

 

Auf Grund dieser Entwicklung zu immer größerer Zentralität und dem damit verbundenen Bedeutungsanstieg über die Gemeindegrenzen hinaus auch für das weitere Umland ergab sich als logische Konsequenz der Wunsch nach einer Würdigung und Anerkennung dieses Bedeutungszuwachses. 1975 wurde Mainleus als Unterzentrum anerkannt. Und bereits 1983 wurde von Bürgermeister Heinz Hugel der Antrag an das Innenministerium gestellt, die Gemeinde Mainleus zur Stadt zu erheben. Die erste Voraussetzung zur Erfüllung dieses Wunsches war die Erstellung eines Flächennutzungsplanes für die ganze Gemeinde. "Ebenfalls von großer Bedeutung war die Ausweitung des Arbeitsplatzangebotes" (zitiert nach Bürgermeister Werner Grampp; s. auch im Folgenden). Stützen der heimischen Industrie sind neben der seit 1908 ansässigen Spinnerei heute Färberei- und Hartmetalltechnik-Betriebe sowie Maschinen- und Karosseriebaufirmen, ergänzt durch ein reichhaltiges mittelständisches Dienstleistungsangebot von den üblichen Handwerksbetrieben über EDV-Firmen bis hin zur Wellness- Farm, zur Call-Center-Beratung und zu deutschlandweitem Personaltraining. Darüber hinaus beteiligte die Gemeinde sich immer wieder auch an Staatsaufgaben wie dem Bau von Übergangswohnheimen für Spätaussiedler v.a. aus   Kasachstan und der Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem Kosovo im Jahre 1998. Dadurch wurde Mainleus überregional bekannt, was bereits 1997 mit der Auszeichnung im Rahmen des Bundeswettbewerbs für die vorbildliche Integration von Aussiedlern deutlich wurde. Weitere Einrichtungen wie die Jugendheimstätte Fassoldshof oder das Behindertenheim "Haus Schmeilsdorf" trugen dazu bei, dass die überregionale Bedeutung von Mainleus anerkannt wurde, obwohl es mit rund 7000 Einwohnern das Kriterium von 10 000 als Voraussetzung zur Verleihung des Markttitels nicht erreicht.

 

Nach 17 Jahren, mit Wirkung vom 16. September 2000, ging deshalb der Wunsch der Erhebung zur Marktgemeinde in Erfüllung. Unter den 2056 bayerischen Gemeinden ist damit Mainleus die 381., der diese Auszeichnung zu Teil geworden ist. Dies wurde vom 15. bis 17. September im Rahmen eines großen Festprogramms in der Sommerhalle am Fritz-Hornschuch-Bad gebührend gefeiert. Höhepunkt dieses Festes war Ansprache des bayerischen Innenministers Dr. Günther Beckstein, die feierliche Übergabe der Markturkunde an Bürgermeister Werner Grampp und der anschließende Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde.

 

So kann Mainleus mit seinen Schlössern, Kirchen, Flurdenkmälern und vielen anderen Sehenswürdigkeiten nicht nur seinen Besuchern eine Fülle von Anziehungspunkten bieten, es ist auch attraktiv genug, um die Lebensqualität seiner Bewohner zu sichern und Interessenten zum Zuzug einzuladen.

 

Verfasser des geschichtlichen Überblickes: Detlef Kühl, fortgeführt durch Jürgen Müller M. A.  

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